Manchmal braucht es erst eine kleine Überraschung, um Bethmännchen für sich zu entdecken. Zu meinem Geburtstag bekam ich von einer Freundin eine Tüte selbstgebackener Kekse geschenkt. Zwischen Brownies lagen auch ein paar kleine Kugeln mit Mandeln. Den Namen kannte ich schon lange, probiert hatte ich die Frankfurter Bethmännchen allerdings noch nie. Ehrlich gesagt dachte ich immer, dass mir Bethmännchen nicht besonders schmecken würden. Warum, weiß ich selbst nicht. Nach dem ersten Probieren war ich jedenfalls begeistert und habe sie inzwischen schon oft selbst gebacken. Sie sind innen wunderbar saftig, schmecken herrlich nach Mandeln und sind genauso schnell aufgegessen wie gemacht.


Bethmännchen – einfaches Rezept
Zutaten
Für den Teig:
- 200 g Marzipanrohmasse
- 1 Ei Größe M
- 80 g Puderzucker
- 50 g Mehl
- 100 g gemahlene Mandeln
- 150 g ganze blanchierte Mandeln
Anleitungen
- Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen. Die Marzipanrohmasse grob reiben und das Ei trennen.
- Das Eiweiß zusammen mit dem Marzipan in eine Schüssel geben. Puderzucker und Mehl darübersieben, die gemahlenen Mandeln zufügen und alles zu einem Teig verkneten.
- Aus dem Teig etwa 35 Kugeln formen und auf das vorbereitete Backblech setzen. Jeweils drei ganze Mandeln seitlich in die Kugeln drücken.

- Das Eigelb verquirlen und die Bethmännchen damit bestreichen.

- Die Bethmännchen im vorgeheizten Backofen etwa 15 Minuten goldgelb backen. Anschließend auf dem Blech abkühlen lassen.

Notizen
Nährwerte
Was sind Bethmännchen eigentlich?
Bethmännchen sind kleine Marzipanplätzchen, die ursprünglich aus Frankfurt am Main stammen. Typisch für die Frankfurter Bethmännchen sind ihre runde Form, die drei seitlich angedrückten Mandeln und die goldgelbe Oberfläche. Ihren Namen verdanken sie der Frankfurter Bankiersfamilie Bethmann. Der Überlieferung nach stehen die drei Mandeln für drei Söhne der Familie. Anders als viele klassische Weihnachtsplätzchen werden Bethmännchen nicht ausgestochen. Die Marzipanmasse wird zu kleinen Kugeln geformt und mit Mandeln verziert. Dadurch bekommen sie ihre typische Form und einen schönen Kontrast zwischen dem weichen Inneren und den festen Mandeln.

So bleiben deine Bethmännchen innen saftig
Wenn du Bethmännchen backen möchtest, solltest du vor allem auf die Backzeit achten. Die kleinen Marzipankugeln sollen außen leicht fest werden, innen aber noch weich bleiben. In meinem Rezept werden sie bei 175 °C Ober-/Unterhitze etwa 15 Minuten gebacken. Sobald die Oberfläche goldgelb ist, kannst du sie aus dem Ofen nehmen. Sie müssen nicht rundherum dunkelbraun werden. Durch zu langes Backen verlieren sie Feuchtigkeit und können trocken werden. Lass die Bethmännchen anschließend auf dem Blech abkühlen. Direkt nach dem Backen sind sie noch empfindlich. Beim Abkühlen werden sie stabiler, während das Innere weich bleiben kann.
Warum werden Bethmännchen manchmal zu flach?
Wenn die Marzipanmasse sehr weich ist, können die Kugeln beim Backen ihre Form verlieren. Der Teig sollte sich zu Kugeln formen lassen, die ihre Form behalten. Ist er zu klebrig, kannst du ihn vor dem Formen kurz in den Kühlschrank stellen. Durch das Kühlen wird die Masse fester und lässt sich leichter verarbeiten. Eine zusätzliche Kühlzeit war bei mir bisher nicht nötig.

Klassische Bethmännchen oder lieber mit Schokolade?
Das ursprüngliche Rezept meiner Freundin hat mich schon beim ersten Probieren überzeugt. Wer Marzipan und Mandeln mag, braucht eigentlich keine weiteren Aromen. Du kannst die Bethmännchen aber auch mit Backkakao abwandeln. Dadurch bekommt der Teig eine schokoladige Note und eine dunklere Farbe. Optional kommt noch etwas Kaffeelikör dazu, der geschmacklich gut zu Schokolade und Marzipan passt. Bei der Schoko-Variante lässt sich der richtige Bräunungsgrad allerdings schlechter an der Farbe erkennen. Orientiere dich deshalb an der angegebenen Backzeit und daran, ob die Oberfläche leicht fest geworden ist.
Bethmännchen aufbewahren und für Weihnachten vorbereiten
Bethmännchen eignen sich auch zum Vorbereiten für die Weihnachtszeit. Wichtig ist, dass du sie nach dem Backen vollständig auskühlen lässt, bevor du sie verpackst. Sonst kann sich Feuchtigkeit in der Dose sammeln. Am besten bewahrst du sie in einer gut schließenden Keksdose an einem kühlen, trockenen Ort auf. Wenn du mehrere Lagen übereinanderlegst, kannst du Backpapier dazwischenlegen.

Noch mehr Weihnachtsplätzchen mit Marzipan
Wenn du Marzipan genauso gerne magst, solltest du auch meine Mandelstangen mit Marzipan ausprobieren. Sie passen wunderbar zu den Bethmännchen auf den Plätzchenteller. Auch meine Marzipan-Mandel-Streifen sind eine schöne Ergänzung für die Weihnachtsbäckerei. Und wenn du gerne Makronen backst, findest du auf meinem Blog außerdem Kokosmakronen mit Marzipan.
Häufige Fragen zu Bethmännchen
Kann ich Bethmännchen mit Umluft backen?
Mein Rezept ist für Ober-/Unterhitze ausgelegt. Wenn du Umluft verwenden möchtest, kannst du die Temperatur als Orientierung auf etwa 155 °C reduzieren. Da ich diese Variante nicht getestet habe, solltest du die Bethmännchen gegen Ende der Backzeit besonders gut beobachten.
Braucht man Rosenwasser für Bethmännchen?
In vielen traditionellen Rezepten für Frankfurter Bethmännchen wird Rosenwasser verwendet. Es verleiht dem Marzipangebäck eine feine, blumige Note. Für mein Bethmännchen Rezept brauchst du allerdings kein Rosenwasser. Die kleinen Marzipanplätzchen schmecken auch ohne wunderbar nach Mandeln und Marzipan. Wenn du Rosenwasser verwenden möchtest, solltest du es vorsichtig dosieren, da der Geschmack schnell zu intensiv werden kann.
Muss man die Mandeln für Bethmännchen halbieren?
Traditionell werden Bethmännchen mit drei Mandelhälften verziert. Ich verwende allerdings lieber ganze Mandeln, weil mir das Halbieren zu lange dauert und die Mandeln dabei oft zerbrechen. Mit ganzen Mandeln funktioniert es genauso gut und ich spare mir die zusätzliche Arbeit.
Kann ich den Bethmännchen-Teig schon am Vortag vorbereiten?
Grundsätzlich kannst du den Teig abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und erst am nächsten Tag formen. Das habe ich für dieses Rezept allerdings nicht ausprobiert. Vor dem Formen sollte die Masse wieder so geschmeidig sein, dass sie sich ohne größere Risse zu Kugeln rollen lässt.

Gefällt dir das Rezept?
Wenn dir mein Rezept gefällt, dann freue ich mich über einen Kommentar und ein paar Sterne in der Bewertung. Nutze gerne das Kommentarfeld weiter unten, um mir eine Nachricht zu schicken und mein Rezept zu bewerten. Es interessiert mich sehr, wie du mit meiner Anleitung und meinen Rezepten zurechtkommst.
Hast du mein Rezept ausprobiert?
Du hast mein Rezept sogar ausprobiert? Dann lass es mich wissen! Kommentiere, teile es und vergiss nicht, dein Foto bei Instagram mit #experimenteausmeinerkueche zu taggen. Darüber freue ich mich sehr!
Deine Yvonne












